KMU-Detailberatung für ein Unternehmen im Bereich der Industrieautomation

Ein Hersteller für Industrieautomation strebt die Unabhängigkeit von Erdgas an. Das Unternehmen wandte sich an die Koordinierungsstelle für Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (kurz: KEK), um die aktuelle Situation aus technischen und ökonomischen Gesichtspunkten bewerten und sich hinsichtlich einer autarken Energieversorgung beraten zu lassen. Mit der KMU-Detailberatung bietet die KEK hierfür individuelle Beratung durch qualifizierte Energieberater:innen.

Die Wärmeversorgung ihres Bürogebäudes wird bereits über eine Erdwärmepumpe realisiert. Auch Anteile des Stroms für die Wärmepumpe sowie für die Produktionsanlagen werden von dem Unternehmen bereits mittels Photovoltaik inklusive eines Stromspeichers selbst erzeugt. Lediglich die Produktionshalle wird noch über gasbetriebene Infrarot-Dunkelstrahler fossil beheizt. Eine Energieexpertin der KEK sichtete bei ihrem Vor-Ort-Besuch vorhandene Unterlagen zu Energieverbräuchen, Lastgängen und Erzeugungsanlagen. Dabei stellt sie fest, dass das Unternehmen erhebliche Kosten einsparen könnte, indem Bereiche des Bürogebäudes von der PV-Anlage mitversorgt werden. Bislang wird ein Großteil des erzeugten Stroms in das Netz eingespeist, die Eigenverbrauchsquote liegt durchschnittlich bei nur etwa 35 %. Da Teile des Gebäudes vermietet werden, ist bei einem Anschluss an die PV-Anlage darauf zu achten, dass die Abrechnung des Stroms aus der PV-Anlage als Mieterstrommodell erfolgt und der jeweilige Verbrauch durch geeichte Zähler erfasst wird. Für die gasbetriebene Hallenheizung wurden von der Energieexpertin zwei Alternativen geprüft. Da sowohl eine zusätzliche Wärmepumpe als auch eine Umstellung der Dunkelstrahler auf eigenerzeugten Wasserstoff zu erheblichen Mehrkosten führen würden, sind diese Optionen für das Unternehmen derzeit noch nicht wirtschaftlich darstellbar.

Zwecks einer autarken Energieversorgung wurde dem Unternehmen die Möglichkeit aufgezeigt, eine Wasserstoff-gespeiste Brennstoffzelle als Notstromaggregat einzusetzen. Da für das Unternehmen ein Netzausfall von bis zu zwei Tagen jedoch noch tolerierbar wäre, hat die Expertin des KEK-Teams von der Anschaffung eines Notstromaggregats mit Inselbetriebsfähigkeit abgeraten. Nach dem Termin hatte das Unternehmen einen guten Überblick über aktuelle Möglichkeiten, den Erdgasbezug zu reduzieren.

Dieser Text stammt von:
Koordinierungsstelle für Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb und ist zu finden unter: www.berlin.de/energieeffiziente-unternehmen

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